10/22/2021 | Nachrichten | Bayerischer Zahnaerztetag

62. Bayerischer Zahnärztetag in München eröffnet

Der 62. Bayerische Zahnärztetag wurde am 21. Oktober mit einem Festakt eröffnet. Die Zahl der Ehrengäste musste allerdings aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen noch strikt beschränkt werden. Vom Festakt gingen starke standespolitische Signale aus. Zudem wurde die stets gesicherte Versorgung der Patienten in Bayern während der Pandemie betont – auch und gerade bei der Volkskrankheit Parodontitis.

Endlich Bürokratie abbauen

BLZK-Präsident Christian Berger stellte bei seiner Begrüßung die Forderung nach einem Bürokratieabbau in den Mittelpunkt. Es sei ein legitimes Anliegen, dass die zukünftige Bundesregierung das System der inhabergeführten Praxen stärkt und für spürbare Entbürokratisierung sorgt. Der zunehmenden Abschöpfung von Sozialversicherungsbeiträgen durch private Investoren im ambulanten Bereich müsse endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Im Hinblick auf die beginnenden Koalitionsverhandlungen für ein Ampelbündnis favorisierte Berger den Vorschlag der FDP zum Bürokratieabbau. Dieser sieht eine „Bepreisung“ der Bürokratie- und Berichtspflichten vor – künftig zu bezahlen von derjenige Person, die sie anfordert. „Das wäre doch mal ein echter Schritt nach vorn“, so Berger.

PAR-Richtlinie als Meilenstein

„Parodontologie 2021“, das Thema des wissenschaftlichen Programms, nahm Dr. Rüdiger Schott, Stellv. Vorsitzender der KZVB, zum Anlass, auf die Bedeutung der neuen PAR-Richtlinie hinzuweisen. Sie gelte zu Recht als Meilenstein für die Verbesserung der Versorgung und sei die weitreichendste Änderung im Bema seit der Einführung der befundorientierten Festzuschüsse im Jahr 2005. Doch müssten die neuen Leistungen wie allen anderen vertragszahnärztlichen Leistungen auch finanziert werden. Mit Blick auf die GKV-Finanzen sei es eine der großen Herausforderungen für die neue Bundesregierung, ausreichende Finanzmittel für die Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen. „Dieses Geld ist gut investiert“, bekräftigte Schott. Eine moderne PAR-Therapie sei ein weiterer wichtiger Baustein für eine präventionsorientierte Zahnmedizin.

Staatsminister dankt der Zahnärzteschaft

Klaus Holetschek MdL, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, dankte den bayerischen Zahnärztinnen und Zahnärzten in einer kurzen Videobotschaft für ihren unermüdlichen Einsatz in der Corona-Krise. Holetschek bekannte sich zum dualen Krankenversicherungssystem. Dieses sei ein Treiber für Innovation und der weitere Wettbewerb trage zu einer besseren medizinischen Versorgung bei. Im Kampf gegen die Parodontitis leiste die „Agenda Mundgesundheit 2021–2025“ der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung einen wichtigen Beitrag, so der Minister.

Prof. Dr. Bettina Dannewitz, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie, und Dr. Corinna Bruckmann, MSc, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie, überbrachten für die Partner-Fachgesellschaften des wissenschaftlichen Programms Grußworte. Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der Bundeszahnärztekammer, übermittelte die Grüße seines Vorstands.

Festvortrag zum Reich der Mitte

Große Beachtung fand der Festvortrag von Prof. Dr. Paul U. Unschuld, MPH, Direktor des Instituts für Chinesische Lebenswissenschaften der Charité, unter dem Titel „Chinas Trauma – Chinas Stärke. Über die Zusammenhänge von Politik und Medizin“. Unschuld veranschaulichte am Beispiel des Reichs der Mitte, wie eng Vorstellungen von Gesundheit und Kranksein mit gesellschaftlicher Ordnung und Krise verknüpft sind.

Ehrungen für besonderes Engagement

Im Rahmen des Festakts wurden drei hervorragende Persönlichkeiten für ihr Engagement mit der Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft in Silber ausgezeichnet: Prof. Dr. Dr. Peter Proff, Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Regensburg, Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf, Universitätsprofessor i. R., Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Universitätsklinikum Regensburg, und Flottenarzt Dr. Helfried Bieber, Leitender Zahnarzt der Bundeswehr im Kommando Sanitätsdienst in Koblenz.  

Wissenschaftlicher Kongress komplett ausgebucht

Schon im Vorfeld war deutlich geworden, dass das Interesse der Zahnärzteschaft am Bayerischen Zahnärztetag ungebrochen ist. Der zweitägige wissenschaftliche Kongress „Parodontologie 2021“ am 22. und 23. Oktober war schon Wochen vorher komplett ausgebucht. Um der starken Nachfrage nach der Fortbildung gerecht zu werden, wurde kurzfristig ein zusätzlicher Live-Stream eingerichtet. Dadurch konnte auch den Interessenten auf der Warteliste noch die Teilnahme ermöglicht werden. Das Programm für Zahnärztliches Personal findet in diesem Jahr im Seminarzentrum der eazf in München statt und ist ebenfalls sehr gut gebucht.

Bayerischer Zahnärztetag: Pressemappe

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62. Bayerischer Zahnärztetag 2021

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