Coronatest

I. Testangebot im Rahmen betrieblicher Hygienekonzepte

Auch wenn die Corona-Arbeitsschutzverordnung zum 26. Mai 2022 außer Kraft getreten ist, obliegt es den Arbeitgebern nach den allgemeinen Vorgaben weiterhin, Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

In diesem Zusammenhang können den Mitarbeitern auch künftig regelmäßige Testangebote gemacht werden. In Betracht kommen wie bisher PCR-Tests oder Antigen-Schnelltests zur professionellen beziehungsweise zur Selbstanwendung, die aufgrund ihrer CE-Kennzeichnung oder einer gemäß § 11 Absatz 1 des Medizinproduktegesetzes erteilten Sonderzulassung in Verkehr gebracht worden sind. Die Kosten für die Beschaffung der Tests tragen die Arbeitgeber.


II. Coronatestung nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV)

Anspruch auf Testung

Die „Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2", zuletzt geändert am 29.06.2022, sieht in den folgenden Konstellationen eine Testung von asymptomatischen Personen auf einen Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 vor:

  1. Infizierte Personen, Kontaktpersonen und Personen mit Voraufenthalt in Virusvariantengebiet
  2. Personen nach Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis
  3. Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2
  4. Bürgertestung
  5. Bestätigende Diagnostik-Testung

Der Anspruch gilt unabhängig vom Versichertenstatus der Person und umfasst:

  • das Gespräch mit der zu testenden Person im Zusammenhang mit der Testung,
  • die Entnahme von Körpermaterial,
  • die Diagnostik,
  • die Ergebnismitteilung,
  • die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats im Sinne des § 22a Absatz 6 IfSG oder eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22a Absatz 7 IfSG.

Zur Diagnostik können sowohl eine Diagnostik mittels Nukleinsäurenachweis, als auch eine Diagnostik durch Antigen-Test gehören. Zur Diagnostik durch Antigen-Test gehören:

  • eine Labordiagnostik mittels Antigen-Test,
  • ein Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test) oder
  • ein Antigen-Test zur Eigenanwendung, dessen Durchführung von einem nach der TestV berechtigten Leistungserbringer vor Ort überwacht wird (überwachter Antigen-Test zur Eigenanwendung).

Personen, die Symptome einer SARS-Cov-2-Infektion zeigen, werden auch weiterhin regelmäßig auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Virus im Rahmen der ärztlichen, nicht aber der zahnärztlichen Versorgung getestet. Die Testung von symptomatischen Personen ist ausschließlich der ärztlichen Heilkunde zuzuordnen.

Zahnarztpraxen, die PoC-Antigen-Tests professionell durchführen oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung überwachen wollen, sind nach § 8 Absatz 1 Nummer 1 IfSG gegenüber der jeweils zuständigen Behörde zur Meldung gemäß den Vorgaben von § 9 IfSG verpflichtet.

1. Infizierte Personen, Kontaktpersonen und Personen mit Voraufenthalt in Virusvariantengebiet

  1. Personen, bei denen in den letzten 14 Tagen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen worden ist
  2. Asymptomatische Kontaktpersonen nach § 2 Abs.2 TestV, die in den letzten 14 Tagen im direkten Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person stand

    (bei a. und b. jeweils Feststellung durch einen behandelnden Arzt, von Einrichtungen oder Unternehmen nach § 3 Abs. 2 TestV (z.B. Zahnarztpraxen) oder vom öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD))
     
  3. Personen, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland in einem als Virusvariantengebiet im Sinne von § 2 Nummer 3a der Coronavirus-Einreiseverordnung eingestuften Gebiet aufgehalten haben (Feststellung durch den ÖGD)
    Der Anspruch besteht bis zu 14 Tage nach Einreise in die Bundesrepublik Deutschland.

= > PCR-Test, Antigen-Test

Die Testung kann für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

2. Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis

Infektion innerhalb der letzten 14 Tage bei Mitarbeitern oder Patienten der Zahnarztpraxis.

= > PCR-Test, Antigen-Test

Die Testung kann für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

3. Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2

Testung des Praxisinhabers und der Mitarbeiter (eigenes Personal) im Rahmen des Praxis-Testkonzeptes.

= > Antigen-Test oder Antigen-Test zur Eigenanwendung ohne Überwachung

Bei einem Antigen-Test zur Eigenanwendung ohne Überwachung darf kein COVID-19-Testzertifikat ausgestellt werden.

Der Praxisinhaber ist berechtigt, bis zu zehn PoC-Antigen-Tests oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung pro Monat und tätiger Person in eigener Verantwortung zu beschaffen und zu nutzen.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren. Zahnärzte können Antigentests beim eigenen Personal durchführen.

4. Bürgertestung

Folgende asymptomatische Personen können sich kostenlos testen lassen:

  1. Personen, die zum Zeitpunkt der Testung das 5. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, das heißt Kinder bis zu ihrem 5. Geburtstag,
  2. Personen, die zum Zeitpunkt der Testung oder in den letzten drei Monaten vor der Testung aus medizinischen Gründen (vor allem Schwangerschaft im 1. Drittel) nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden können/konnten.
  3. Personen, die zum Zeitpunkt der Testung oder in den letzten drei Monaten vor der Testung an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 teilnehmen/teilgenommen haben,
  4. Personen, die sich zum Zeitpunkt der Testung aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Absonderung befinden, wenn die Testung zur Beendigung der Absonderung erforderlich ist,
  5. Personen nach § 4 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 und 4 (Besucher/Behandelte/Bewohner unter anderem in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen),
  6. Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach § 29 SGB XI Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind,
  7. Pflegepersonen im Sinne des § 19 Satz 1 SGB XI (pflegende Angehörige) oder
  8. Personen, die mit einer infizierten Person in demselben Haushalt leben.

Folgende asymptomatische Personen können sich gegen eine Kostenbeteiligung von 3 Euro testen lassen:

  1. Personen, die am Tag der Testung eine Veranstaltung in einem Innenraum besuchen werden,
  2. Personen, die am Tag der Testung Kontakt zu Menschen ab 60 Jahren, mit Behinderung oder Vorerkrankungen haben werden oder
  3. Personen, die durch die Corona-Warn-App eine Warnung mit der Statusanzeige erhöhtes Risiko erhalten haben.

= > Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test)

Diese Testungen können im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche in Anspruch genommen werden.

Der Anspruch auf Bürgertestung besteht nur, wenn gegenüber dem Leistungserbringer folgende Nachweise vorgelegt wurden:

  • Amtlicher Lichtbildausweis zum Nachweis der Identität der getesteten Person
  • Nachweis, dass die zu testende Person aus einem der oben genannten Gründe einen Anspruch auf eine Testung hat, z.B. ärztliches Zeugnis im Original über die medizinische Kontraindikation, Mutterpass.
  • Bei Bürgertests mit Eigenbeteiligung ist eine Selbstauskunft zu erbringen, die Zweck und Zahlung der Testung beinhaltet und in der Teststelle aufzubewahren ist.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

Bei Bürgertests mit Eigenanteil hat die zu testende Personen 3 Euro direkt an den Leistungserbringer zu zahlen.

Einzelheiten zu den Bürgertests (unter anderem zu den erforderlichen Nachweisen) können Sie den FAQ des Bundesministeriums für Gesundheit entnehmen.


Abrechnung

Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung. Zahnarztpraxen rechnen die Sachkosten unter Angabe ihres bundeseinheitlichen Kennzeichens nach § 293 Abs.1 SGB V, soweit vergeben, ab.

Die Höhe der an die Zahnarztpraxen in den Fällen der Testungen des Praxispersonals für selbst beschaffte PoC-Antigen-Tests und Antigen-Tests zur Eigenanwendung für Leistungen beträgt nunmehr pauschal 2,50 Euro je Test. Für Leistungen vom 01. Dezember 2021 bis 31. Januar 2022 wird eine Pauschale 4,50 EUR pro Test gezahlt.

Testungen von asymptomatischen Personen (Bürgertestung) mit einem Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test) werden nun ebenfalls mit einer Pauschale von 2,50 Euro vergütet. Auch hier beträgt die Pauschale für Leistungen vom 01. Dezember 2021 bis 31. Januar 2022 4,50 EUR pro Test.

Die an die zur Leistungserbringung berechtigte Zahnarztpraxis zu zahlende Vergütung für das Gespräch, die Entnahme von Körpermaterial, die PoC-Diagnostik, die Ergebnismitteilung, die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22a Absatz 7 IfSG beträgt aktuell je Testung 7 Euro. Bei Bürgertests mit Eigenbeteiligung (3 Euro) beträgt die Vergütung 4 Euro.

Informationen zur Abrechnung für Nicht-KVB-Mitglieder

www.kvb.de/service/partner/coronatest-abrechnung-fuer-nichtmitglieder

Zahnarztpraxen, die Bürgertestungen anbieten, müssen der zuständigen Stelle des ÖGD oder der von ihr benannten Stelle monatlich und standortbezogen die Zahl der von ihr erbrachten Testungen nach § 4a TestV und die Zahl der positiven Testergebnisse melden.

Weiterhin ist es Zahnärzten auch außerhalb des Anwendungsbereiches der Coronavirus-Testverordnung möglich, Antigen-Schnelltests für Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis von Selbstzahlung anzubieten und anzuwenden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine zahnärztliche Behandlung grundsätzlich nicht von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden kann.

Empfehlenswert ist eine vorgehende Rücksprache mit einem Steuerberater wegen möglicher Gewerbesteuerpflichtigkeit. Ebenso wie eine Rücksprache mit der Berufshaftpflichtversicherung zum Versicherungsschutz bezüglich Testungen.

Die Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung-TestV), zuletzt geändert am 29.06.2022, tritt gemäß § 19 Abs. 1 TestV am 26.11.2022 außer Kraft.
 

Stand: 05.07.2022

Kontakt

Bei Fragen zum Umgang in der Praxis mit dem Coronavirus

Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341/-343

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