Coronatest

I. Testangebot gemäß Arbeitsschutzverordnung

Die Bundesregierung verpflichtet Arbeitgeber, Beschäftigten in Betrieben mit personennahen Dienstleistungen, bei denen direkter Körperkontakt zu anderen Personen nicht vermieden werden kann, mindestens zwei Tests pro Kalenderwoche in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 anzubieten. Hierzu zählen auch Zahnarztpraxen. Es können PCR-Tests oder Antigen-Schnelltests zur professionellen beziehungsweise zur Selbstanwendung, die auf Grund ihrer CE-Kennzeichnung oder auf Grund einer gemäß § 11 Absatz 1 des Medizinproduktegesetzes erteilten Sonderzulassung in Verkehr gebracht worden sind, angeboten werden Die Kosten für die Tests tragen die Arbeitgeber.

Hinweis: Daneben bestehen seit 24.11.2021 die nach dem Infektionsschutzgesetz geltende 3G-Regel für Beschäftigte und Inhaber aller Betriebe (das heißt auch Zahnarztpraxen), die bei ungeimpften Beschäftigten und Inhabern den Zutritt von der arbeitstäglichen Vorlage eines gültigen Testnachweises abhängig macht und die mindestens zweimal pro Woche für geimpfte oder genesene Beschäftigte und Arbeitgeber unter anderem in Zahnarztpraxen geltende Testnachweispflicht.

Vgl. hierzu Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis

Nachweise über die Beschaffung von Tests und Vereinbarungen mit Dritten über die Testung der Beschäftigten hat der Arbeitgeber bis zum Ablauf des 19.03.2022 aufzubewahren.

Die Änderung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung vom 22.11.2021 trat am 24.11.2021 in Kraft.

Corona-Arbeitsschutzverordnung verlängert und ergänzt – www.bmas.de


II. Coronatestung nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ab 13.11.2021

Anspruch auf Testung

Die „Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2" sieht in den folgenden Konstellationen eine Testung von asymptomischen Personen auf einen Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 vor:

  1. Kontaktpersonen
  2. Personen nach Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis
  3. Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2
  4. Bürgertestung
  5. Bestätigende Diagnostik- und variantenspezifische PCR-Testung

Der Anspruch gilt unabhängig vom Versichertenstatus der Person und umfasst:

  • das Gespräch mit der zu testenden Person im Zusammenhang mit der Testung,
  • die Entnahme von Körpermaterial,
  • die Diagnostik,
  • die Ergebnismitteilung,
  • die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats im Sinne des § 22 Absatz 6 IfSG oder eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22 Absatz 7 IfSG.

Zur Diagnostik können sowohl eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis, eine variantenspezifische PCR-Testung als auch eine Diagnostik durch Antigen-Test gehören. Zur Diagnostik durch Antigen-Test gehören:

  • eine Labordiagnostik mittels Antigen-Test,
  • ein Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test) oder
  • ein Antigen-Test zur Eigenanwendung, dessen Durchführung von einem nach der TestV berechtigten Leistungserbringer vor Ort überwacht wird (überwachter Antigen-Test zur Eigenanwendung).

Personen, die Symptome einer SARS-Cov-2-Infektion zeigen, werden auch weiterhin regelmäßig auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Virus im Rahmen der ärztlichen nicht aber der zahnärztlichen Versorgung getestet. Die Testung von symptomatischen Personen ist ausschließlich der ärztlichen Heilkunde zuzuordnen.

Zahnarztpraxen, die PoC-Antigen-Tests professionell durchführen oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung überwachen wollen, sind nach § 8 Absatz 1 Nummer 1 IfSG gegenüber der jeweils zuständigen Behörde zur Meldung gemäß den Vorgaben von § 9 IfSG verpflichtet.

1. Symptomlose Kontaktpersonen

Kontaktpersonen, die in den letzten 14 Tagen im direkten Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person stand (Feststellung durch einen behandelnden Arzt oder vom öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD)).

= > PCR-Test, Antigen-Test

Die Testung kann für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

2. Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis

Infektion innerhalb der letzten 14 Tage bei Mitarbeitern oder Patienten der Zahnarztpraxis.

= > PCR-Test, Antigen-Test

Die Testung kann für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

3. Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2

Testung des Praxisinhabers und der Mitarbeiter (eigenes Personal) im Rahmen des Praxis-Testkonzeptes.

= > Antigen-Test oder Antigen-Test zur Eigenanwendung ohne Überwachung

Bei einem Antigen-Test zur Eigenanwendung ohne Überwachung darf kein COVID-19-Testzertifikat ausgestellt werden.

Die Testung kann für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Der Praxisinhaber ist berechtigt, bis zu zehn PoC-Antigen-Tests oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung pro Monat und tätiger Person in eigener Verantwortung zu beschaffen und zu nutzen.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren. Zahnärzte können Antigentests beim eigenen Personal durchführen.

4. Bürgertestung

Testung aller asymptomatischen Personen.

= > Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test)

Diese Testungen können im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche in Anspruch genommen werden.

Der Anspruch auf Bürgertestung besteht nur, wenn gegenüber dem Leistungserbringer ein amtlicher Lichtbildausweis zum Nachweis der Identität der getesteten Person vorgelegt wurde.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.


Abrechnung

Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung. Zahnarztpraxen rechnen die Sachkosten unter Angabe ihres bundeseinheitlichen Kennzeichens nach § 293 Abs.1 SGB V, soweit vergeben, ab.

Die Höhe der an die Zahnarztpraxen in den Fällen der Testungen des Praxispersonals für selbst beschaffte PoC-Antigen-Tests und Antigen-Tests zur Eigenanwendung für Leistungen beträgt weiterhin pauschal 3,50 Euro je Test.

Testungen von asymptomatischen Personen (Bürgertestung) mit einem Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test) werden ebenfalls mit einer Pauschale von 3,50 Euro vergütet.

Die an die zur Leistungserbringung berechtigte Zahnarztpraxis zu zahlende Vergütung für das Gespräch, die Entnahme von Körpermaterial, die PoC-Diagnostik, die Ergebnismitteilung, die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22 Absatz 7 IfSG beträgt weiterhin je Testung 8 Euro.

Informationen zur Abrechnung für Nicht-KVB-Mitglieder

www.kvb.de/service/partner/coronatest-abrechnung-fuer-nichtmitglieder

Eine Vergütung für Bürgertestungen nach § 4a TestV wird nur gewährt, wenn die Zahnarztpraxis die Ergebnismitteilung und die Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne von § 22 Abs. 7 IfSG auch über die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts anbietet und auf Wunsch der getesteten Person über die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts übermittelt. Daneben muss die Zahnarztpraxis, die Bürgertestungen anbietet der zuständigen Stelle des ÖGD oder der von ihr benannten Stelle monatlich und standortbezogen die Zahl der von ihr erbrachten Testungen nach § 4a TestV und die Zahl der positiven Testergebnisse melden.

Weiterhin ist es Zahnärzten auch außerhalb des Anwendungsbereiches der Coronavirus-Testverordnung möglich, Antigen-Schnelltests für Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis von Selbstzahlung anzubieten und anzuwenden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine zahnärztliche Behandlung grundsätzlich nicht von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden kann.

Empfehlenswert ist eine vorgehende Rücksprache mit einem Steuerberater wegen möglicher Gewerbesteuerpflichtigkeit. Ebenso wie eine Rücksprache mit der Berufshaftpflichtversicherung zum Versicherungsschutz bezüglich Testungen.

Die Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung-TestV) wurde am 12.11.2021 geändert. Sie tritt gemäß § 19 Abs. 1 TestV am 31.03.2022 außer Kraft. Dies gilt nicht für § 15 Abs. 2 TestV.


Wichtige Hinweise zum Antigen-Test

  • Größere Virusmenge notwendig als beim PCR-Test (niedrigere Sensitivität)
  • Arbeitsschutzmaßnahmen sind unter Berücksichtigung der entsprechenden Herstellerangaben und Sicherheitsdatenblätter der verwendeten Produkte tätigkeitsbezogen festzulegen (Empfehlung des ABAS zu
    Arbeitsschutzmaßnahmen bei Probenahme und Diagnostik von SARS-CoV-2
    )
  • Tragen von FFP-2-Maske, dicht an Stirn aufsitzendes Gesichtsschild/Visier, das über das Kinn hinausgeht, oder dichtschließende Schutzbrille, Handschuhe, Schutzkleidung
  • Ordnungsgemäße Abfallentsorgung
  • Ausschließliche Verwendung der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) anerkannten Antigen-Tests zum direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2
    Liste der Antigentests zur professionellen Anwendung und der Antigentests zur Eigenanwendung
  • Positive SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests sind mittels eines PCR-Tests zu bestätigen.
  • Meldepflicht beim zuständigen Gesundheitsamt positivem SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests (RKI PLZTool)

Informationen des RKI zum Antigentest

Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2

Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2 Infektion getestet?

Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2


Weiterführende Informationen zu Coronatests und TestV

Informationen der Bundeszahnärztekammer

www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/corona-test.html

Testverordnung Bundesministerium für Gesundheit

Coronavirus-Testverordnung – TestV (PDF | 658 KB) – www.bundesgesundheitsministerium.de
 

Stand: 30.11.2021

Kontakt

Bei Fragen zum Umgang in der Praxis mit dem Coronavirus

Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341/-343

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