Coronatest

I. Testangebot gemäß Arbeitsschutzverordnung

Die Bundesregierung verpflichtet Arbeitgeber, Beschäftigten in Betrieben mit personennahen Dienstleistungen, bei denen direkter Körperkontakt zu anderen Personen nicht vermieden werden kann, mindestens zwei Tests pro Kalenderwoche in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 anzubieten. Hierzu zählen auch Zahnarztpraxen. Es können PCR-Tests oder Antigen-Schnelltests zur professionellen oder zur Selbstanwendung angeboten werden. Die Kosten für die Tests tragen die Arbeitgeber.

Das Angebot bedeutet für die Mitarbeiter keine Testpflicht. Sofern Mitarbeiter beispielsweise nach vollständig erfolgter Impfung auf das Testangebot verzichten, sollten Zahnarztpraxen dies entsprechend dokumentieren.

Nachweise über die Beschaffung von Tests und Vereinbarungen mit Dritten über die Testung der Beschäftigten hat der Arbeitgeber bis zum Ablauf des 24. November 2021 aufzubewahren.

Die Änderung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung vom 06.09.2021 trat am 10.09.2021 in Kraft.

Corona-Arbeitsschutzverordnung verlängert und ergänzt – www.bmas.de


II. Coronatestung nach der Coronavirus-Testverordnung

Anspruch auf Testung

Die „Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2" sieht vier Konstellationen zur Testung auf einen Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 von asymptomischen Personen vor: Kontaktpersonen, Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis, Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2, Bürgertestung.

Der Anspruch gilt unabhängig vom Versichertenstatus der Person und umfasst:

  • das Gespräch mit der zu testenden Person im Zusammenhang mit der Testung,
  • die Entnahme von Körpermaterial,
  • die Diagnostik,
  • die Ergebnismitteilung, die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats im Sinne des § 22 Absatz 6 IfSG oder eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22 Absatz 7 IfSG.

Zur Diagnostik können sowohl eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis, eine variantenspezifische PCR-Testung als auch eine Diagnostik durch Antigen-Test gehören. Zur Diagnostik durch Antigen-Test gehören:

  • eine Labordiagnostik mittels Antigen-Test,
  • ein Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test) oder
  • ein Antigen-Test zur Eigenanwendung, dessen Durchführung von einem nach der TestV berechtigten Leistungserbringer vor Ort überwacht wird (überwachter Antigen-Test zur Eigenanwendung).

Personen, die Symptome einer SARS-Cov-2-Infektion zeigen, werden auch weiterhin regelmäßig auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Virus im Rahmen der ärztlichen nicht aber der zahnärztlichen Versorgung getestet. Die Testung von symptomatischen Personen ist ausschließlich der ärztlichen Heilkunde zuzuordnen.

Zahnarztpraxen, die PoC-Antigen-Tests professionell durchführen oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung überwachen wollen, sind nach § 8 Absatz 1 Nummer 1 IfSG gegenüber der jeweils zuständigen Behörde meldepflichtig. Ab dem 1. August 2021 besteht die zusätzliche Verpflichtung, der zuständigen Stelle des ÖGD oder der von ihr benannten Stelle monatlich und standortbezogen die Zahl der von ihnen erbrachten Bürgertestungen und die Zahl der positiven Testergebnisse zu melden. Die zuständige oder benannte Stelle kann dabei auch das Nähere zum Verfahren der Meldungen festlegen. Hier sollte also vor einer beabsichtigten Bürgertestung in der Zahnarztpraxis zwingend mit der zuständigen Behörde Rücksprache gehalten werden.

1. Symptomlose Kontaktpersonen

Kontaktpersonen, die im direkten Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person stand (Feststellung durch öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) oder behandelndem Arzt)

= > PCR-Test, Antigen-Test

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

2. Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis

Infektion innerhalb der letzten 10 Tagen bei Mitarbeitern oder Patienten der Zahnarztpraxis.

= > PCR-Test, Antigen-Test

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

3. Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2

Testung des Praxisinhabers und der Mitarbeiter im Rahmen des Praxis-Testkonzeptes (einmal wöchentlich).

= > Antigen-Test

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren. Zahnärzte können Antigentest beim eigenen Personal durchführen.

4. Bürgertestung

Asymptomatische Personen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben (je nach Verfügbarkeit mindestens einmal wöchentlich)

= > Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test)

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.


Abrechnung

Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung.

An die Zahnarztpraxen ist in den Fällen der Testungen des Praxispersonals für selbst beschaffte PoC-Antigen-Tests und Antigen-Tests zur Eigenanwendung für Leistungen ab dem 1. Juli 2021 eine Pauschale von 3,50 Euro je Test zu zahlen.

Ab dem 1. Juli 2021 werden die Sachkosten der Bürgertestung mit einer am aktuellen Marktpreis orientierten Pauschale von 3,50 Euro vergütet. Die an die zur Leistungserbringung berechtigte Zahnarztpraxis zu zahlende Vergütung für das Gespräch, die Entnahme von Körpermaterial, die PoC-Diagnostik, die Ergebnismitteilung, die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22 Absatz 7 IfSG beträgt für Leistungen ab dem 1. Juli 2021 je Testung 8 Euro.

Informationen zur Abrechnung für Nicht-KVB-Mitglieder

www.kvb.de/service/partner/coronatest-abrechnung-fuer-nichtmitglieder

Weiterhin ist es Zahnärzten auch außerhalb des Anwendungsbereiches der Coronavirus-Testverordnung möglich, Antigen-Schnelltests für Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis von Selbstzahlung anzubieten und anzuwenden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine zahnärztliche Behandlung grundsätzlich nicht von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden kann.

Empfehlenswert ist eine vorgehende Rücksprache mit einem Steuerberater wegen möglicher Gewerbesteuerpflichtigkeit. Ebenso wie eine Rücksprache mit der Berufshaftpflichtversicherung zum Versicherungsschutz bezüglich Testungen.

Neu ab 1. August 2021 für Bürgertestungen: Anbindung an Corona-Warn-App und Meldepflichten

Die Vergütung für Bürgertestungen wird nur noch gewährt, wenn die Zahnarztpraxis das Ergebnis und die Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats auch über die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts anbietet und auf Wunsch der getesteten Person über die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts übermittelt.

Daneben muss die Zahnarztpraxis monatlich die Zahl der von ihr erbrachten Bürgertestungen und die Zahl der positiven Testergebnisse der zuständigen Stelle des ÖGD oder der von ihr benannten Stelle melden.

Informationen zur Registrierung finden Sie unter:

www.kbv.de/html/1150_53277.php


Wichtige Hinweise zum Antigen-Test

  • Größere Virusmenge notwendig als beim PCR-Test (niedrigere Sensitivität)
  • Arbeitsschutzmaßnahmen sind unter Berücksichtigung der entsprechenden Herstellerangaben und Sicherheitsdatenblätter der verwendeten Produkte tätigkeitsbezogen festzulegen (Empfehlung des ABAS zu
    Arbeitsschutzmaßnahmen bei Probenahme und Diagnostik von SARS-CoV-2
    )
  • Tragen von FFP-2-Maske, dicht an Stirn aufsitzendes Gesichtsschild/Visier, das über das Kinn hinausgeht, oder dichtschließende Schutzbrille, Handschuhe, Schutzkleidung
  • Ordnungsgemäße Abfallentsorgung
  • Ausschließliche Verwendung der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) anerkannten Antigen-Tests zum direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Liste Antigentest)
  • Positive SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests sind mittels eines PCR-Tests zu bestätigen.
  • Meldepflicht beim zuständigen Gesundheitsamt positivem SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests (RKI PLZTool)

Informationen des RKI zum Antigentest

Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2

Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2 Infektion getestet?

Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2


Weiterführende Informationen zu Coronatests und TestV

Informationen der Bundeszahnärztekammer

www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/corona-test.html

Liste der zugelassenen Tests des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte

www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html

Testverordnung Bundesministerium für Gesundheit

Coronavirus-Testverordnung – TestV (PDF | 658 KB)– www.bundesgesundheitsministerium.de
 

Stand: 10.09.2021

Kontakt

Bei Fragen zum Umgang in der Praxis mit dem Coronavirus

Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341/-343

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