Referat Praxisführung und Medizinprodukte

Arbeitssicherheit, Hygiene und Aufbereitung von Medizinprodukten – die Themen im Referat Praxisführung betreffen jeden Praxisinhaber. Ziel des Referats ist, die bayerischen Zahnarztpraxen in der täglichen Arbeit zu unterstützen und über praxisrelevante Themen zu informieren. Breiten Raum nimmt auch die Hilfestellung zu Verordnungen und Vorschriften sowie die Beantwortung diesbezüglicher Fragen ein.

Das Referat Praxisführung versteht sich als Knotenpunkt für die unternehmerischen Strategien der zahnärztlichen Berufsausübung und Praxisorganisation. Innovative Ideen, detailliert ausgearbeitet bis zur Anwendungsreife in der Zahnarztpraxis, werden der Zahnärzteschaft als Dienstleistung der BLZK zur Verfügung gestellt.

Das Referat betreut die bayerischen Kolleginnen und Kollegen im Laufe ihrer Berufstätigkeit insbesondere durch:

BuS-Dienst

Zahnarztpraxen, die Mitarbeiter beschäftigen, sind verpflichtet, sich betriebsärztlich und sicherheitstechnisch beraten zu lassen. Um diese berufsgenossenschaftliche Anforderung durchführbar zu gestalten, hat die BLZK das Präventionsmodell (BuS-Dienst – alternative bedarfsorientierte und sicherheitstechnische Betreuung) erarbeitet.

Mutterschutz

Mitarbeiterinnen in der Zahnarztpraxis dürfen während der Schwangerschaft nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen sie schädlichen Einwirkungen ausgesetzt sind. In Einzelfällen kann ein Beschäftigungsverbot erforderlich sein. Wie nach dem Bekanntwerden einer Schwangerschaft einer Mitarbeiterin vorzugehen ist, erfahren Sie im QM Online der BLZK, Kapitel B05.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Für Angestellte in der Zahnarztpraxis muss je nach Umfang des Einsatzes eine arbeitsmedizinische Vorsorge durch den Arbeitgeber nachgewiesen werden können. Informationen zum Umfang und den Fristen der einzelnen Vorsorgen finden Sie im QM Online der BLZK im Kapitel B01 Arbeitsmedizinische Vorsorge.

Nachrichten

Schwerpunktbegehungen in Zahnarztpraxen beendet

Im Mai 2022 endete die Schwerpunktaktion der bayerischen Gewerbeaufsicht, die sich aufgrund pandemiebedingter Einschränkungen über zwei Jahre hinzog. Schwerpunkt war die Aufbereitung von Medizinprodukten.

BLZK unterstützt weiterhin bei Praxisbegehungen

Damit sich Zahnarztpraxen auch auf zukünftige Praxisbegehungen gut vorbereiten können, bleiben die Informationen der BLZK zu den Schwerpunktbegehungen unter dem Namen „Praxisbegehungen“ bestehen.

Hier sind vor allem zur Aufbereitung von Medizinprodukten inklusive Validierung folgende Inhalte zu finden:

  • „Praxisbegehung auf einen Blick“ (PDF 389 KB) – Schwerpunktthemen bei Praxisbegehungen mit einer Kommentierung des Referats Praxisführung
  • Häufig gestellte Fragen, die sich aus dem täglichen Austausch mit begangenen Praxen ergeben (FAQ)
  • BZB/BZBplusArtikel zum Thema

Hier geht es zur Seite: https://www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/pa_praxisbegehungen.html


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Nachweispflicht für Masern-Schutzimpfung

Frist endet am 31. Juli 2022

Die Frist für den Nachweis einer Masern-Schutzimpfung wurde im erweiterten Infektionsschutzgesetzes (IfSG) für alle Beschäftigten in Zahnarztpraxen, die nach 1970 geboren sind, vom 31. Dezember 2021 auf den 31. Juli 2022 verlängert.

Praxispersonal, das neu eingestellt wird, muss den Nachweis der Masernimmunität seit dem 1. März 2020 direkt erbringen. Ebenso muss auch der Arbeitgeber (Zahnarzt/Zahnärztin) eine Immunität aufweisen.

Bei Unklarheiten kann die Masernimmunität durch eine Titer-Bestimmung geklärt werden. Hierbei handelt es sich um eine Leistung, die in der Regel nicht von der Krankenversicherung übernommen wird und vom Beschäftigten privat bezahlt werden muss.

Zur Durchführung der Schutzimpfung ist jeder approbierte Arzt (nicht jedoch der Zahnarzt) berechtigt. In der Regel wird dies der Hausarzt sein. Die Kosten für die Schutzimpfung tragen die jeweiligen Krankenkassen der Beschäftigten.

Die Nachweispflicht gegenüber dem Arbeitgeber wird erfüllt durch die Vorlage eines:

  • Impfausweises bzw. einer Impfbescheinigung mit zwei dokumentierten Masernimpfungen,
  • ärztlichen Zeugnisses, dass eine Immunität gegen Masern bereits vorliegt,
  • ärztlichen Zeugnisses, dass bei fehlender Immunität aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht geimpft werden kann.

Es reicht aus, einen der drei genannten Nachweise vorzulegen.

Nachweis kann nicht erbracht werden -> Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgt ausschließlich, wenn kein Nachweis erbracht werden kann. Es ist sowohl die postalische Meldung als auch die Meldung per (verschlüsselter) Mail möglich. Bei dem Übertragungsweg per Mail ist auf die Einhaltung datenschutzrechtlicher Grundsätze zu achten.

Die postalische Meldung kann mit Hilfe der Dokumentationshilfe des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) erfolgen.

Masernschutz-Nachweis: Dokumentationshilfe des StMGP (PDF | 886 KB)

Nachweis liegt vor -> Praxisinterne Dokumentation

Für die interne Dokumentation der erbrachten Nachweise kann ebenfalls die Dokumentationshilfe des StMGP verwendet werden.

Masernschutz-Nachweis: Dokumentationshilfe des StMGP (PDF | 886 KB)

Weitere Informationen

FAQ zum Masernschutzgesetz – bundesgesundheitsministerium.de

FAQ zum Impfen für Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen – masernschutz.de

Bayerische Gesundheitsämter – freistaat.bayern


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Praxisbegehungen der Gewerbeaufsicht – Sonderveranstaltungen der eazf

Das Ende der Schwerpunktbegehungen 2020 ist zwar in Sicht, das Thema Aufbereitung von Medizinprodukten ist aber weiterhin ein wichtiger Kernprozess der Zahnarztpraxis. Grundsätzlich kann jede Praxis auch außerhalb einer Schwerpunktprüfung begangen werden.

Fortbildungsreihe in München und Fürth

Die BLZK hat aus diesem Grund für Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie für Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter gleichermaßen eine neue Fortbildungsreihe aufgesetzt, die einerseits neue Erkenntnisse aus den Praxisbegehungen vermittelt, andererseits nochmals vertieft auf die wichtigsten Prozesse zur Hygiene in der Zahnarztpraxis eingeht.

Die nächsten Veranstaltungen finden am 25. Mai 2022 in München und am 15. Juli 2022 in Fürth statt.

Programm und Anmeldung

www.eazf.de/sites/praxisbegehungen

Themenseite zu Praxisbegehungen

www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/pa_praxisbegehungen.html


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Masern-Impfpflicht seit 1. März 2020

Nachweispflicht bis zum Ablauf des 31. Dezember 2021

Für Personen, die in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen tätig sind, gilt seit 1. März 2020 eine Impfpflicht gegen Masern. Dies betrifft demnach auch alle Beschäftigten in der Zahnarztpraxis. Dem Arbeitgeber (Zahnarzt/Zahnärztin) ist bei einer Tätigkeit in der Zahnarztpraxis ein ausreichender Impfschutz gegen Masern nachzuweisen. Auch die Arbeitgeber selbst müssen eine Immunität gegen Masern aufweisen. Personen, die bereits vor 1. März 2020 in einer Zahnarztpraxis tätig waren und ihren Nachweis noch nicht erbracht haben, haben noch bis 31. Dezember 2021 Zeit, ihrer Nachweispflicht nachzukommen.

Fristen

Ab dem 1. März 2020 neu in einer Zahnarztpraxis tätige Personen

Diese Personen müssen vor Beginn ihrer Tätigkeit einen Impfschutz durch eine Impfdokumentation oder ein ärztliches Zeugnis nachweisen.

Personen, die ab 1. März 2020 bereits in einer Zahnarztpraxis tätig sind

Diese Personen müssen einen ausreichenden Impfschutz bis zum Ablauf des 31. Dezember 2021 nachweisen.

Wie wird der Nachweis erbracht?

Die Nachweispflicht gegenüber dem Arbeitgeber wird erfüllt durch die Vorlage eines:

  • Impfausweises bzw. einer Impfbescheinigung,
  • ärztlichen Zeugnisses, dass eine Immunität gegen Masern bereits vorliegt,
  • ärztlichen Zeugnisses, dass aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht geimpft werden kann.

Es ist ausreichend, einen der drei genannten Nachweise vorzulegen.

Wer muss eine Schutzimpfung nachweisen?

Alle nach 1970 geborenen Personen, die in einer Gesundheitseinrichtung (Zahnarztpraxis) tätig sind.

Wann besteht ein ausreichender Impfschutz?

Ein Impfschutz besteht, wenn ab der Vollendung des ersten Lebensjahrs mindestens eine Schutzimpfung und ab der Vollendung des zweiten Lebensjahres mindestens zwei Schutzimpfungen gegen Masern durchgeführt wurden. Dies gilt auch, wenn Kombinationsimpfstoffe eingesetzt wurden, die neben Masern noch andere Impfstoffkomponenten gegen andere Krankheiten enthalten.

Wer führt die Impfung durch?

Jeder approbierte Arzt (nicht jedoch der Zahnarzt) ist zur Durchführung der Schutzimpfung berechtigt, in der Regel wird dies der Hausarzt sein.

Weitere Informationen:

www.bundesgesundheitsministerium.de/impfpflicht/faq-masernschutzgesetz.html


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Arbeitsmedizinische Vorsorge

Auch bei Auszubildenden erforderlich

Wie alle angestellten Mitarbeiter einer Zahnarztpraxis betrifft die Arbeitsmedizinische Vorsorge nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) auch Auszubildende.

Wichtig ist, dass diese bereits vor Aufnahme der Tätigkeit erfolgt und dann in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Die arbeitsmedizinische Vorsorge erfolgt bei einem Betriebsarzt oder Facharzt für Arbeitsmedizin, nicht bei dem jeweiligen Hausarzt. Die Kosten trägt der Arbeitgeber.

Folgende Vorsorgen sind für Auszubildende und sonstige Angestellte in der Zahnarztpraxis relevant:

Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (analog G42)

  • Pflichtvorsorge für alle Angestellten/Auszubildende einer Zahnarztpraxis, die unmittelbaren Kontakt mit Patienten, deren Ausscheidungen oder Körperflüssigkeiten haben.
  • Im Rahmen der ersten Vorsorge ist der Impfstatus bzgl. Hepatitis B zu erfragen, um sicherzustellen, dass entweder bereits eine Impfung stattfand oder eine Impfung angeboten wird, soweit kein Impfschutz vorliegt.

Tätigkeiten bei Feuchtarbeit (analog G24)

  • Angebotsvorsorge bei sogenannter Feuchtarbeit zwischen zwei und vier Stunden täglich. Wichtig: Auch das Arbeiten mit Handschuhen stellt Feuchtarbeit dar.
  • Pflichtvorsorge bei Feuchtarbeit über vier Stunden täglich.
  • Da diese Vorsorge ebenfalls ein Facharzt für Arbeitsmedizin oder ein Betriebsarzt durchführt, können die Untersuchungen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (analog G42) und Tätigkeiten bei Feuchtarbeit (analog G24) gleichzeitig erfolgen.

Tätigkeiten bei Bildschirmarbeit (analog G37)

  • Angebotsvorsorge für Mitarbeiter, die überwiegend an Bildschirmgeräten arbeiten.
  • Die Vorsorge muss vom Arbeitnehmer nicht angenommen werden, wünscht er allerdings später doch eine Vorsorge, steht ihm diese jederzeit zu, nur muss er von sich aus diesen Wunsch äußern.
  • Berechtigt zur Durchführung der Vorsorge sind alle Ärzte mit betriebsärztlicher Qualifikation sowie Augenärzte.

Jugendarbeitsschutzuntersuchung

Nicht zu verwechseln ist die arbeitsmedizinische Vorsorge mit der Jugendarbeitsschutzuntersuchung, die für unter 18-jährige nach § 32 ff. JArbSchG vor Eintritt in das Berufsleben verpflichtend von einem beliebigen Arzt zusätzlich durchzuführen ist. Die Kosten für diese Untersuchung trägt das jeweilige Bundesland.

Ausführliche Informationen und Musterrechnungen zur Beauftragung der Vorsorge sind im Kapitel B01 im QM Online der BLZK eingestellt (nach Login).


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Die neue europäische Medizinprodukteverordnung

Diese Produkte oder Verfahren sind nicht von der EU-MDR betroffen

Am 26. Mai 2021 tritt die EU-Medizinprodukteverordnung verbindlich in Kraft. Zahnarztpraxen sollen die darin genannten Neuerungen bis dahin umgesetzt haben. Die relevanten Informationen zur Umsetzung stehen im QM Online unter „Q 7 Medizinprodukteverordnung (MDR)“ zur Verfügung. Jedoch besteht nicht für alle Praxen Handlungsbedarf, denn Produkte oder Verfahren, die keine Sonderanfertigungen sind, unterliegen nicht den neuen Vorgaben der EU-MDR.

Keine Sonderanfertigungen

  • Provisorien
  • Reparaturen*
  • Unterfütterungen*
  • Erweiterungen*
  • Modelle
  • Bissnahmen
  • Individuelle Abformlöffel u. ä. (Bestandteile des Herstellungsprozesses)
  • Anpassung festsitzender kieferorthopädischer Geräte
  • am Patienten hergestellte temporäre Kronen/Brücken
  • konfektionierte Zähne
  • industriell hergestellte Geschiebeteile
  • Implantatteile

* da diese Produkte nicht erstmalig in den Verkehr gebracht wurden

Sofern Sie in Ihrem praxiseigenen zahntechnischen Labor keine Sonderanfertigungen herstellen, sind Sie von den Auswirkungen der EU-MDR grundsätzlich nicht betroffen. Insofern besteht in der zahnärztlichen Praxis keine Notwendigkeit einer Dokumentation individueller Chargen für z.B. Füllungsmaterialien etc.

Formulare und Infos

Die notwendigen Formulare und Informationen sind (nach Login) hier abrufbar:

Q 7 Medizinprodukteverordnung (MDR)

Erläuterungen und Anleitung

Zur Erklärung der einzelnen Punkte steht ein weiteres neues Dokument zur MDR im Bereich Arbeitssicherheit zur Verfügung:

D04a03 Europäische Medizinprodukteverordnung (MDR)


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Kontakt

Referent
Dr. Michael Rottner
Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341

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