Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis

Standard-Hygienemaßnahmen

In der zahnärztlichen Praxis sind grundsätzlich die üblichen Standard-Hygienemaßnahmen mit konsequentem Tragen des Mund-Nase-Schutzes und Handschuhen sowie adäquate Händehygiene mit korrekter Anwendung der hygienischen und ggf. der chirurgischen Händedesinfektion unter Beachtung der Einwirkzeit einzuhalten. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und Schutzbrille verringert das Infektionsrisiko durch Aerosole sowie von Blut- und Speichelspritzern.

  • Persönliche Schutzausrüstung
  • Mundhöhlenantiseptik
  • Enorale Barrieremaßnahmen wie z.B. Kofferdamanwendung
  • Abdeckung der unmittelbaren Umgebung des Patienten
  • Betrieblich-funktionelle Maßnahmen wie Greifdisziplin, rationelles Instrumentieren
  • Geeignete Absaugtechnik
  • Unfallsichere Entsorgung

Weitere Details im Kapitel C02 im QM Online der BLZK
 

Zusätzliche Prävention

Zum zusätzlichen Gesundheitsschutz von Patienten und Mitarbeitern im Rahmen der SARS-CoV-2 Pandemie in der Zahnarztpraxis sollte folgendes beachtet werden:

  • Jeder Patient sollte im Vorfeld telefonisch sowie erneut beim Betreten der Praxis auf Covid-19-Symptome der vergangenen zwei Wochen abgefragt werden.
    „Corona: Vorsicht hilft uns allen!” Hinweisschild Praxistür (PDF | 28 KB)
  • Behandlungs- und Terminplanung sollte so ausgerichtet sein, dass die Abstandsregeln im Empfangs- und Wartebereich eingehalten werden können.
  • Auf die Maskenpflicht in der Zahnarztpraxis hinweisen.
  • Auf jede körperliche Begrüßung sollte verzichtet werden.
  • Patienten sollten sich die Hände nach dem Betreten und vor dem Verlassen der Zahnarztpraxis die Hände desinfizieren.
  • Begleitpersonen erwachsener Patienten sollten außerhalb der Zahnarztpraxis warten.
  • In den Behandlungspausen sollte empfohlener Mindestabstand zwischen den Mitarbeitern eingehalten werden.

Ferner bestehen berufsgenossenschaftliche Standards sowie Empfehlungen des RKI, die zu beachten sind:

Informationen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zu SARS-CoV-2-Arbeitschutzstandards für ärztliche und zahnärztliche Praxen
 
Informationen des RKI zu erweiterten Hygienemaßnahmen im Gesundheitswesen im Rahmen der COVID-19 Pandemie
 

FFP2-Maskenpflicht und Zutrittsregelungen zu Zahnarztpraxen

Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Seit dem 24. November 2021 gelten die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) vom 23. November 2021 und das geänderte Infektionsschutzgesetz vom 22. November 2021.

Für die Zahnarztpraxen ist Folgendes relevant:
 

1.     FFP2-Maskenpflicht:

In Zahnarztpraxen gilt (weiterhin) eine FFP2-Maskenpflicht für Mitarbeiter, Patienten und Besucher!

Kinder und Jugendliche zwischen dem sechsten und 16. Geburtstag müssen nur eine medizinische Gesichtsmaske tragen.

Von der Maskenpflicht befreit sind:

  1. Kinder bis zum 6. Geburtstag und
  2. Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Maske aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, solange dies vor Ort sofort insbesondere durch Vorlage eines schriftlichen ärztlichen Zeugnisses im Original nachgewiesen werden kann, das den vollständigen Namen, das Geburtsdatum und konkrete Angaben zum Grund der Befreiung enthalten muss.

Die Maskenpflicht gilt nicht für Patienten, soweit dies die Art der Leistung nicht zulässt – das heißt im Rahmen der Behandlung.

Die Maskenpflicht gilt nicht für Praxismitarbeiter

  1. am festen Sitz-, Steh- oder Arbeitsplatz, soweit zuverlässig ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen gewahrt wird, die nicht dem eigenen Hausstand angehören,
  2. soweit im Thekenbereich durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist.

Für Mitarbeiter gilt die Maskenpflicht zudem während ihrer dienstlichen Tätigkeit nur im Rahmen arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen.
 

2.     Es bestehen nach der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung weiterhin keine Zugangsbeschränkungen in Form von 3G für Patientinnen und Patienten.
 

3.     3G (geimpft/genesen/getestet) für Arbeitgeber und Beschäftigte in allen Betrieben, das heißt auch in Zahnarztpraxen:

Sofern in Arbeitsstätten wie beispielsweise Zahnarztpraxen ein physischer Kontakt, das heißt ein Zusammentreffen von Arbeitgebern und Beschäftigten untereinander oder zu Dritten nicht ausgeschlossen werden kann (direkter Körperkontakt ist nicht erforderlich), gilt für Arbeitgeber und Beschäftigte die 3G-Regel.

Für sie gilt damit:

Sie haben nur dann Zutritt zur Praxis, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind und einen entsprechenden Nachweis vorlegen. Arbeitgeber oder Beschäftigte, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen arbeitstäglich über einen Testnachweis verfügen. Geimpfte und Genesene müssen ihren Nachweis nicht täglich erneut zeigen. Der Praxisinhaber muss die vorzulegenden Genesenen-, Impf- oder Testnachweise vor Betreten der Praxis kontrollieren und besonders geschützt speichern.
Dies bedingt jedoch kein umfassendes Auskunftsrecht des Arbeitgebers über den Impf- oder Genesenenstatus, das heißt auch Geimpfte oder Genesene können einen Testnachweis anstelle des Impf- bzw. Genesenennachweises vorlegen. Nach spätestens sechs Monaten müssen sämtliche erfasste Daten endgültig gelöscht werden. Die Beschäftigten und auch Arbeitgeber selbst müssen den Impf-, Genesenen- oder Testnachweis für etwaige behördliche Kontrollen bereithalten.

Zur Erfüllung der Testpflicht ist ein schriftlicher oder elektronischer negative Testnachweise auf Grundlage

  1. eines PCR-Tests, PoC-PCR-Tests oder eines Tests mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, der vor höchstens 48 Stunden durchgeführt wurde,
  2. eines PoC-Antigentests, der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde oder
  3. eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen, unter Aufsicht vorgenommenen Antigentests zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttest), der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde

zu erbringen, der im Übrigen den Bestimmungen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung entspricht.

Wichtig: Der Testnachweis ist bereits für den Zugang zur Zahnarztpraxis erforderlich. Das bedeutet, dass jeder Arbeitgeber oder Mitarbeiter, der nicht geimpft oder genesen ist, zu Beginn des Arbeitstages über einen gültigen Testnachweis (COVID-19-Testzertifikat, kein Selbsttest zu Hause, keine Selbstbescheinigung) verfügen muss. Alternativ kann ein Selbsttest unter Aufsicht in der Zahnarztpraxis vor Beginn der Arbeitstätigkeit durchgeführt werden, das Betretungsvorbot gilt für diese Zwecke ausnahmsweise nicht.

Sofern die Testung durch einen Zahnarzt oder unter dessen Aufsicht erfolgt, kann ein Testzertifikat ausgestellt werden, das innerhalb der 24-Stunden-Frist auch zum Nachweis gegenüber Dritten (z.B. ÖPNV) genutzt werden kann.

Weiterführende Informationen zur 3G-Regelung:

Betrieblicher Infektionsschutz: Antworten auf die häufigsten Fragen – www.bmas.de
 

4.     Zusätzliche Zutrittsregelungen zu bestimmten Einrichtungen des Gesundheitswesens (z.B. Zahnarztpraxen) für Arbeitgeber, Beschäftigte und Besucher

Auch geimpfte oder genesene Arbeitgeber und Beschäftigte einer Zahnarztpraxis unterliegen einer Testnachweispflicht, wobei – im Unterschied zu Ungeimpften – jedoch nur mindestens zweimal wöchentlich Testnachweise erforderlich sind und zudem ein Testnachweis mittels Testung durch Antigentests zur Eigenanwendung ohne Überwachung genügt.

Hinweis: Das Infektionsschutzgesetz schreibt eigentlich häufigere Testungen vor, die Testfrequenz wurde allerdings seitens des StMGP am 25. November 2021 in Umsetzung eines Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres auf mindestens zwei Tests pro Woche reduziert.

Für Besucher besteht eine besuchsabhängige Testpflicht (z.B. Paketboten). Die Zahnarztpraxis darf erst nach Vorlage eines Testnachweises betreten werden, es sei denn, es wird ein Testangebot der Zahnarztpraxis unmittelbar vor der Arbeitsaufnahme oder dem Besuch wahrgenommen.

Patienten und deren Begleitpersonen zählen hingegen nicht zu den Besuchern.
 

5.     Der Arbeitgeber hat seinen Beschäftigten nach wie vor zwei Tests pro Woche zur Verfügung zu stellen, zudem können die sog. Bürgertests in Anspruch genommen werden. Im Übrigen haben die Beschäftigten die weiter erforderlichen Testnachweise auf eigene Kosten sicherzustellen, es sei denn, der Arbeitgeber macht freiwillig weitere Angebote. Kostenfreie Tests für Besucher der Zahnarztpraxis müssen nicht angeboten werden.
 

6.     Die im Infektionsschutzgesetz vorgesehenen Dokumentations- und Übermittlungspflichten wurden seitens des StMGP ebenfalls am 25. November 2021 in Umsetzung eines Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz mit sofortiger Wirkung wie folgt außer Vollzug gesetzt:

  • Es bestehen aktuell keine Dokumentationspflichten für die Testung von geimpften oder genesenen Tätigen und
  • die zweiwöchentliche Übermittlungspflicht zu folgenden Angaben ist aktuell nicht zu befolgen:
    • Angaben zu den durchgeführten Testungen, jeweils bezogen auf Personen, die in der Einrichtung oder dem Unternehmen beschäftigt sind oder behandelt, betreut oder gepflegt werden oder untergebracht sind, sowie bezogen auf Besuchspersonen.
    • Angaben zum Anteil der Personen, die gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft sind, jeweils bezogen auf die Personen, die in der Einrichtung oder dem Unternehmen beschäftigt sind oder behandelt, betreut oder gepflegt werden oder untergebracht sind.

Schutzmaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Covid-19-Patienten

Zusätzliche Schutzmaßnahmen sind für die Behandlung diagnostizierter oder im dringenden Verdacht für eine Covid-19-Erkrankung stehende Patienten angezeigt. Grundsätzlich sollen Behandlungen von Covid-19-Erkrankten und Quarantäne-Fällen ausschließlich in den von der KZVB speziell hierfür eingerichteten Schwerpunktpraxen erfolgen.

www.kzvb.de/coronavirus/schwerpunktpraxen (mit Login)

  • Räumliche oder organisatorische Trennung der an Covid-19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde.
  • Patienten müssen sich bei Betreten der Praxis die Hände desinfizieren und sollen möglichst direkt in den Behandlungsraum geführt werden.
  • Persönliche Schutzausrüstung für das Personal (Schutzbrille mit Seitenschutz, Atemschutzmaske FFP2/FFP3, unsterile Handschuhe, langärmliger Schutzkittel, Kopfhaube und ggf. Füßlinge, für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen).
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Ablaufplan der BZÄK zum An- und Ablegen von persönlicher Schutzausrüstung
(PDF | 278 KB)

 

Abfallentsorgung aus der Behandlung von Covid-19-Patienten

Abfälle (nicht flüssig) aus der Behandlung von Covid-19-Patienten in Zahnarztpraxen stellen kein erhöhtes Infektionsrisiko dar und werden der Abfallschlüsselnummer AS 18 01 04 zugeordnet. Voraussetzung ist die Einhaltung der üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen und das Tragen geeigneter persönlicher Schutzausrüstung.

Entsorgung (AS 18 01 04)

Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Ansprüche gestellt werden (Einweghandschuhe, gebrauchte Zellstofftücher, Einwegkleidung)

  • Sammeln in reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältern.
  • Entsorgung über den Hausmüll.

Eine Zuführung zu Sammelsystemen für die getrennte Erfassung von Wertstoffen ist nicht erforderlich.

Spitze oder scharfe Gegenstände (AS 18 01 01), wie z.B. Kanülen oder Skalpelle werden in durchstich- und bruchfesten sicher verschließbaren Einwegbehältnissen gesammelt und unter der Berücksichtigung des Arbeitsschutzes im Hausmüll entsorgt.

Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2

Bayerisches Landesamt für Umwelt: Sammlung von infektiösen Abfällen (AS 18 01 03*) in Einrichtungen des Gesundheitsdienstes

Orientierungshilfe für die Entsorgungswege von mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) kontaminierten Abfällen (PDF | 512 KB)
 

Abrechnung der erhöhten Hygienekosten

Pandemie-Pauschale – leistungsgerechte Honorierung | Wie Sie Kosten für Hygienemanagement abrechnen können (Nachricht auf blzk.de)

 

Stand: 30.11.2021

Kontakt

Bei Fragen zum Umgang in der Praxis mit dem Coronavirus

Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341/-343

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Coronavirus – Umgang mit Patienten am Empfang

Coronavirus – Umgang mit Patienten am Empfang

Ablaufdiagramm zur Behandlung verschiedener Patientengruppen

Download (PDF | 244 KB)

Maskenpflicht in der Zahnarztpraxis

Informationen des RKI und zur neuen BayIfSMV während der SARS-CoV-2-Pandemie

BZB 10/2021, S. 13


Hygiene ist Trumpf

Schutz vor Covid-19 im Praxisalltag

BZB 4/2021, S. 8-9

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