Kongress Zahnärzte beim 67. Bayerischen Zahnärztetag
München – Beim 67. Bayerischen Zahnärztetag dreht sich alles um das Thema Prothetik. Der Kongress für die Zahnärzte am 23. und 24. Oktober hat insbesondere Fälle und Situationen, die Behandlern und Patienten viel abverlangen, im Blick.
Der 67. Bayerische Zahnärztetag steht unter dem Leitmotiv „Grenzgänge der Prothetik – Wie würden Sie entscheiden?“. Die Referate beim Kongress für die Zahnärzte am 23. und 24. Oktober nähern sich dieser komplexen Materie aus verschiedensten Blickwinkeln. Hinzu kommen Vorträge zur vertragszahnärztlichen Versorgung. Neu im Programm ist ein „Science Slam“. Veranstaltet wird der zentrale Fortbildungskongress der bayerischen Zahnärzte von der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) in Kooperation mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB). Wissenschaftlicher Partner ist in diesem Jahr die Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien (DGPro).
Prothetik am Scheideweg
Der erste Kongresstag am Freitag, 23. Oktober, beginnt mit einer Standortbestimmung. Prof. Dr. Meike Stiesch, Direktorin der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde an der Medizinischen Hochschule Hannover, fragt: „Quo vadis Prothetik?“. Priv.-Doz. Dr. Dominik Kraus, Oberarzt an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffwissenschaften am Universitätsklinikum Bonn, überschreibt sein Referat pointiert mit „Der Kampf ums Überleben – Zahnerhalt oder Extraktion?“.
Technologie und der Faktor Mensch
Die Einführung von CAD/CAM-Technologien in der Fertigung von Zahnersatz hat die zahnärztliche Prothetik revolutioniert. Mit den Spielräumen und den „Grenzen der Materialwahl“ befasst sich Prof. Dr. Sebastian Hahnel, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Regensburg. Die „Grenzen der Verträglichkeit“ nimmt Prof. Dr. Petra Scheutzel, Direktorin der Poliklinik für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am Universitätsklinikum Münster, unter die Lupe.
Neu: der „Science Slam“ und in schöner Tradition: der Wissenschaftspreis
Ein neuer Programmpunkt feiert am 23. Oktober am Abend des Kongresses Zahnärzte Premiere: der „Science Slam“. Bei diesem Wettstreit treten je eine Doktorandin der vier bayerischen zahnmedizinischen Universitäten gegeneinander an. Unter dem Motto „Was ist in der Pipeline? Vier Doktorandinnen – vier Themen – eine Challenge“ präsentieren sie ihre Forschungsthemen kompakt, kreativ und populärwissenschaftlich. Wer die erstmals beim Bayerischen Zahnärztetag vergebene Science-Slam-Trophäe gewinnt, entscheidet das Publikum per Applaus.
Im Anschluss an den „Science Slam“ wird der „Prof. Dieter Schlegel Wissenschaftspreis“, der Dissertationspreis des Vereins zur Förderung der wissenschaftlichen Zahnheilkunde in Bayern (VFwZ), verliehen. 2026 kommen alle Preisträgerinnen und Preisträger von der Universität Regensburg. Außerdem ist am Freitagabend – nach separater Anmeldung – wieder die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz für Zahnärzte möglich.
Zwischen Digitalisierung und Desillusion
Der zweite Fortbildungstag am Samstag, 24. Oktober, startet mit dem Thema „Intraoralscan: Möglichkeiten und Grenzen“. Prof. Dr. Bernd Wöstmann, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Gießen, hinterfragt den Megatrend Digitalisierung, der längst auch Arbeitsschritte wie die klassische Abformung erreicht hat. Prof. Dr. Jan-Frederik Güth, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Klinikum der Universität München, erörtert „Digitale Technologien in der Prothetik: Der Patient im Fokus“.
Vom Wunschdenken zur Wirklichkeit
Prof. Dr. Anne Wolowski, Leitende Oberärztin und Stellvertreterin der Direktorin der Poliklinik für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am Universitätsklinikum Münster, lotet die „Grenzen der prothetischen Ursachen“ bei Patienten aus, deren Klagen nicht enden wollen. Auch im Beitrag von Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß spielt der Faktor Mensch eine zentrale Rolle. Der Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin am Universitätsklinikum der RWTH Aachen University spricht über „Wunscherfüllung als zahnärztliches Handeln – Grenzen des ,Ästhetikwahns‘“.
Prof. Dr. Marc Schmitter, Ärztlicher Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Würzburg, präsentiert einen schwierigen Fall. Bei diesem Patienten waren für eine langfristig erfolgreiche prothetische Versorgung verschiedene Vorbehandlungen (funktionell, endodontisch etc.) erforderlich.
Tipps der KZVB für Vertragszahnärzte
Der Fortbildungsteil der Kassenzahnärztlichen Vereinigung für die Vertragszahnärzte ergänzt den Schwerpunkt Prothetik. Am Freitag, 23. Oktober, zeigt Rechtsanwalt Maximilian Schwarz, Leiter des Geschäftsbereiches Rechtsangelegenheiten und Gerichtsverfahren der KZVB, wie für alle Beteiligten zufriedenstellende Kooperationsverträge zwischen Zahnarztpraxen und Pflegeheimen gestaltet sein sollten.
KZVB-Vorstandsmitglied Dr. Jens Kober und Priv.-Doz. Dr. Maximilian Wimmer, Leiter der Geschäftsbereiche Abrechnung und Honorarverteilung sowie Finanzen und Betriebswirtschaft der KZVB, prognostizieren, dass der Generationenwechsel jungen Zahnmedizinern außergewöhnliche Chancen eröffnen wird. In ihrem Beitrag „Goldene Zeiten? Die Zahnmedizin im Jahr 2036“ lassen sie die Fakten für sich sprechen.
Dr. Marion Teichmann, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der KZVB, und Jana Held, Leiterin des Teilbereiches Strategie und Beratung im Geschäftsbereich Abrechnung und Honorarverteilung der KZVB, setzen sich mit dem „Masterplan Prävention Bayern“ auseinander.
Am Samstag, 24. Oktober, heißt es: „Wer schreibt, der bleibt“. Dr. Rüdiger Schott, Vorsitzender des Vorstands der KZVB, und Rechtsanwalt Nikolai Schediwy, Geschäftsführer der KZVB, widmen sich den oft unterschätzten Dokumentationspflichten in der Praxis.
Weitere Informationen und das Programmheft mit Details zum Kongress finden Sie auf www.blzk.de/zahnaerztetag
Online-Anmeldung unter www.bayerischer-zahnaerztetag.de